Verkaufsofferte vom Mai 2020
Konvolut Kunstreproduktionen, Pfeifenköpfe und Grafik im Biedermeier
Zur Befriedigung des Interesses an Kunst im Biedermeier wurden Reproduktionen in großer Zahl gefertigt. Maler wiederholten mehrfach ihre Bilder, Gemälde wurden kopiert und die Motive wurden als Grafik vervielfältigt. Auch die Porzellanmalerei beteiligte sich an dieser Nachfrage, indem u.a. mit Muffelfarben in Aufglasur Motive der Kunst dekoriert wurden. Es handelte sich um die teuersten Pfeifen, die wohl nur von wohlhabenden Bürgern erworben werden konnten.
Das Konvolut, bestehend aus zwei Grafiken und zwei Porzellanpfeifenköpfen, zeigt am Beispiel der Zeichnung „Grenadier proférant des plaintes“ von Horace Vernet (1789-1863) eine Szene aus der letzten Schlacht Napoleons in Waterloo. Die in dieser Form zusammengeführten Objekte zeigen für das Verständnis der Porzellanmalerei im Biedermeier eindrucksvoll:
1. Die Originalkunst war den meisten Malern nicht bekannt
2. Vorlagen waren in der Regel Grafiken, jedoch oft in unterschiedlichen Techniken und von verschiedenen Künstlern; selten gab es nur eine Vorlage.
3. Malgrund war Weißware unterschiedlichster Hersteller,
4. unterschiedliche Maltechniken und Porzellanfarben,
5. überwiegend freischaffende und oft auf Wanderschaft befindliche Maler.
Das Angebot beinhaltet:
• Kupferstich vor 1825, gerahmt, 10,8 x 17,5cm, #1859
• Farblithographie von Charles Motte, Blatt: 33,5 x 51,0 cm; #1789
• Pfeifenkopf (ohne Montur) aus der Sammlung Prof. Dr. H. Berg, wohl KPM Berlin, H=12,1cm, #1704
• Pfeifenkopf, wohl Meißen, Camaieu-Malerei, H=12,6cm, #1776
Die Pfeifenköpfe sind in guter Erhaltung ohne Dips und Risse; sie wurden auf Kunstauktionen erworben und wurden später auch in Museen ausgestellt. Die genaue Beschreibung mit Provenienz und Anmerkungen ist …………zu entnehmen.