Klassizistische Prunkvase mit Puttenfries und Purpurfond, D2883
„Wohl Berlin, 1840-1870
Elegante, auf hohem Postament stehende Vase in streng klassizistischer Formensprache mit durchbrochen gearbeitetem Hals und seitlichen Volutenhenkeln. Der kräftige Purpurfond wird von reich ausgeführten Goldornamenten in feiner Poliervergoldung strukturiert. Signierter Porzellanmaler aus dem Berliner Umfeld, tätig ca. 1840–1870, im Kontext der KPM oder freier Ateliermalerei mit Bezug auf klassizistische Vorlagen. Die fein ausgeführte Malerei mit allegorischen Szenen und handschriftlichen Bezeichnungen verweist auf einen qualifizierten Porzellanmaler des Berliner Umfelds, der im 19. Jahrhundert im Kontext der KPM-Tradition tätig war. Solche signierten Arbeiten entstanden häufig in spezialisierten Ateliers, die auf Grundlage hochwertiger Porzellanrohlinge eigenständige, künstlerisch anspruchsvolle Dekore entwickelten. Die figürliche Malerei ist mit einer feinen Monogramm-Signatur („Sihl.“) versehen und weist auf einen qualifizierten Porzellanmaler des Berliner bzw. mitteldeutschen Umfelds hin. Solche Signaturen finden sich häufig bei spezialisierten Ateliermalern des 19. Jahrhunderts, die hochwertige Weißware im Stil der KPM eigenständig dekorierten. Die umlaufende, in feinster Handmalerei ausgeführte Bildzone zeigt eine lebendige Folge antikisierender Putten und Kinderfiguren in musizierenden und tanzenden Szenen, ergänzt durch Attribute der Natur und Ernte. Die Darstellung ist als allegorische Komposition zu verstehen, die Themen wie Musik, Lebensfreude und Jahreszeiten miteinander verbindet. Die Malerei zeichnet sich durch eine außerordentlich feine Ausführung mit weichen Übergängen und detailreicher Figurenauffassung aus. Am Standring finden sich handschriftliche Bezeichnungen der Szenen sowie eine Malersignatur. Die formale Gestaltung sowie die qualitätvolle Ausführung weisen auf den Umkreis der Berliner Porzellanproduktion des 19. Jahrhunderts hin und stehen in der Tradition der von Karl Friedrich Schinkel geprägten klassizistischen Vasenformen. Ein repräsentatives Sammlungsstück der historistischen Porzellankunst.“ (ChatGPT, 24.04.2026); Abmessung: H = 19cm, Nachweis: D2883
Provenienz
- 2026, März – „Sammlung Dauer, Magdeburg“ von Privat aus Essen
Anmerkung
- Fuß beschädigt und mit Alu-Schraube verbunden