Biedermeier-Tasse mit Genredarstellung, D2863
„Porzellanfabrik Nathusius, Althaldensleben, um 1830
Die Miniaturmalerei folgt einem im Biedermeier verbreiteten Bildtypus: ein Kind in häuslicher Umgebung mit einem treuen Hund als Beschützer. Solche Szenen gehen meist auf zeitgenössische Kupfer- oder Stahlstichillustrationen zurück, die in Almanachen und Kinderbüchern der Zeit um 1820 verbreitet waren und von Porzellanmalern häufig als Vorlagen für Kartuschenbilder verwendet wurden. Feine Porzellantasse der Biedermeierzeit mit reicher Goldstaffage und Miniaturmalerei. Die konisch aufsteigende Tasse mit hohem Standfuß besitzt einen elegant geschwungenen Henkel mit plastischer Daumenrast; der Innenraum ist vollständig vergoldet. Die Wandung zeigt in einer goldgerahmten Kartusche eine fein gemalte Genredarstellung eines Kindes vor einer Hundehütte mit wachendem Hund, ein für die Biedermeierzeit typisches sentimentales Motiv, das Treue und Schutz symbolisiert. Die übrige Wandung ist mit polychromen Streublumen und Goldarabesken dekoriert. Am Boden befindet sich eine blaue Strichmarke, eine bekannte Werkstatt- bzw. Kontrollmarke der Porzellanfabrik Gottlob Nathusius in Althaldensleben. Die Tassenform ist im Preiscourant der Fabrik von 1828 dokumentiert und dort als Form Nr. 43 aufgeführt (vgl. Hauer, Haldensleber Porzellangeschichten, Teil 1, 2012, S. 71). Ein charakteristisches Beispiel der Biedermeierproduktion der kurzlebigen, aber qualitätvollen Porzellanfabrik Nathusius, deren Erzeugnisse heute zu den interessanten Zeugnissen der frühen Industriegeschichte Sachsen-Anhalts zählen. „(ChatGPT, März 2026); Abmessungen: H mit Henkel: 11,2cm; H ohne Henkel: 9,4cm; D Standfuß: 5,1cm; D oben: 8,3cm; Nachweis: D2863
Provenienz
- 2026, Februar – „Sammlung Dauer, Magdeburg“ von Privat aus Untersiemau